Öl- oder Fettschmierung?

Was ist besser? In der Uhrentechnik (Armbanduhren, Großuhren) werden die Lager (Lagerspalt) ausschließlich mit Öl geschmiert. Mit sehr wenig Öl - pro Uhr 0,008 ml gleich 8 Mikroliter.
Hinweis: 1 Liter = 1000 ml / 1 ml = 1000 Mikroliter / 1 Träne = 40 Mikroliter.
Der Lagerspalt hält das Öl fest. Damit der Zustand des Überlaufens ausgeschlossen werden kann, wird der Lagerspalt nur zu 75% gefüllt.
Das Lager saugt also weiter und gibt nichts vom Öl her.
Fett wird nur bei Gleitstellen verwendet, die keine Kapillarspalte haben (Feder, Federhaus, Klinken, Kulissen etc.).
Zahnräder werden grundsätzlich nicht geschmiert.
Geheime Ausnahmen sind die Regel: Spezialverfahren, Minimalmengen-Schmierung (für den Kunden nicht sichtbar).
Also, wenn schon Zahnräder schmieren, dann ganz, ganz wenig.

Ein oft gehörter Einwand gegen die Fettschmierung ist:
Fett ist ja viel zu fest. Damit kann man feine Mechanismen nicht schmieren. Das bremst ja eher, als dass es schmiert.
Das ist richtig und falsch. Wie so vieles bei der Schmierung muss man genauer hinsehen, um die richtige Antwort zu finden.
Öle unterscheiden sich neben Ihrem chemischen Aufbau durch die Viskosität (Zähigkeit).
Ein Fett ist ein verdicktes Öl. Je mehr Verdicker man verwendet, desto fester (steifer) wird das Fett. Sehr steife Fette kann man mit dem Messer schneiden. In Stücke! Z.B. Stauferfett zur Schmierung von Achsen in Holzkarren. Oder Schuhwichse. Dann spricht man von einem Wachs. Solch steife Fette gehören natürlich nicht in die Modellbahn.
Dort setzen wir extrem weiches Fließfett ein.

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Sehr weiches Fett. Stab und Dosierpin
fallen um. Gut für Modellbahn.

Sehr festes Fett. Die Struktur des Fettes hält den Stab und den Dosierpin fest. Gut für Bundesbahn.

Feste Fette werden nur in langsam drehenden sehr hoch belasteten Lagern eingesetzt. Schleusentore, Baggerschaufellager, Brückenlager.